Mitgliederversammlung 2018

Der neue Vorstand im Jahr 2018

Immer wenn sich die Adventszeit nähert, lädt der Eifelverein Eschweiler seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ein. Zum Auftakt dieser Veranstaltung findet traditionell eine Kurzwanderung statt, an der trotz des schlechten Wetters dieses Jahr viele teilnahmen.
Zeitgleich fand die Jugendversammlung der Deutschen Wanderjugend im Eifelverein Eschweiler statt, bei der Ina Müller als neue Jugendwartin und Daniel Kaminski als ihr Stellvertreter gewählt wurden.
Nach der Wanderung erwartete die Mitglieder ein reichlich gedecktes Kuchenbuffet.

Waldspaziergang mit Michael Zobel im Hambacher Wald

Buir ist von Eschweiler aus gut zu erreichen. Mit dem Regionalexpress bis Düren und von dort zwei Stationen mit der S-Bahn. Vom Haltepunkt Buir bis zum Hambacher Forst sind es 15 Minuten zu Fuß.

Der Start am Eschweiler Bahnhof mit formaler Begrüßung und gemeinsamen Überlegen, welcher Tarif der günstigste ist, läuft nach dem Schema einer Eifelvereinstour ab. Nur dass die Führer Gunild und Rudolf die Teilnehmer beruhigen müssen, weicht von dem Schema ab: „Wir werden auf jeden Fall einen Spaziergang am Hambacher Wald machen, ob wir ihn betreten dürfen, kann sich leider kurzfristig ändern. Wir bleiben bei Michael Zobel. Er steht in engem Kontakt zur Polizei und hat die Veranstaltung angemeldet.

Baueme WLAN

Haben alle ihren Personalausweis dabei? Es kann sein, dass wir kontrolliert werden.“ Jeder der Teilnehmer hat die Bilder in den Medien gesehen, auf denen Polizisten mit Kränen und Hebebühnen Aktivisten aus den Bäumen holten.

Hambi bleibt

Gedanken zum Hambacher Forst

Als Eschweiler Bürger kannte ich den Hambacher Forst nur als ein uriges Stück Wald, das auf der Autobahn A4 zu durchqueren war, wenn ich nach Köln fuhr oder von dort zurückkehrte. Jahrzehnte lang nahm ich ihn aus den Augenwinkeln war und mir war nicht bewusst, welches Kleinod der Natur dort erhalten war. Dann hieß es, die Autobahn wird für den Tagebau verlegt. Als Eschweiler Bürger nahm ich eine solche Meldung mit einem Achselzucken zur Kenntnis. Für den Tagebau wurden Dörfer umgesiedelt und ein ganzer Fluss, die Inde, verlegt, warum nicht eine Autobahn? Die Unmöglichkeit einen Wald und seine Bewohner umzusiedeln, kam mir nicht in den Sinn.

Dann nahm mich meine Frau zu einem der Sonntagsspaziergänge von Michael Zobel mit. Nachdem wir das Herz des Hambacher Forstes besucht hatten, einen verwunschenen kleinen Tümpel, gingen wir an den Rand des Tagebaus. Er verlief entlang der alten Trasse der A4 und ich versuchte mir vorzustellen, wie ich mit dem Auto hier entlanggefahren war. Ich ließ meinen Blick schweifen von der Sophienhöhe auf der anderen Seite des Tagebaus, über das 400 Meter tiefe Loch, einen bereits gerodeten Streifen des Waldes weiter auf den noch lebenden. Der Anblick war zutiefst bewegend und brannte sich in meine Erinnerung. Auf dem Rückweg durch den Wald schien es, als spräche er: „Ich will nicht sterben. Ich bin doch noch so jung.“

Der Hambacher Wald schien nicht nur mich angerührt zu haben, denn in den nächsten Monaten rief er mehr und mehr Menschen zu sich: „Bitte helft mir!“

Im Oktober beginnt wieder die Rodungssaison. Nach aktuellem Stand werden dann die letzten Teile des Hambacher Forstes in der Nähe von Buir abgeholzt, um den Braunkohlebaggern der Firma RWE Platz zu machen. Mittlerweile weiß ich, das es sich um einen weltweit einzigartigen Stieleichen-Hainbuchen-Buchen-Maiglöckchen-Mischwald mit bis zu 350 Jahre alten Bäumen handelt; Grund genug um Abschied zu nehmen.

Ich selbst war am 9., 16. und 23. September dort und kann nicht glauben, dass ein Wald für einen Braunkohletagebau unwiederbringlich geopfert wird; für eine Technik, die selbst kurz vor dem Aus steht,

sei es, weil sie wegen der Energiewende nicht mehr gebraucht wird,

sei es, weil die Bundesregierung den CO2-Ausstoß verringern muss,

sei es, weil schlicht alle Kohle abgebaut ist.

Wenn die jungen Menschen, die sich schützend gegen die anrückenden Bagger vor die Bäume stellen, „Hambi bleibt!“ skandieren, so ist schon heute klar, wie recht sie haben. Hambi wird bleiben, in den Köpfen der Polizisten vor Ort, der Waldbewohner und -besucher, der Bewohner des Umlands und in meinem.

Unsere Ortsgruppe bietet einen weiteren Termin am Sonntag den 30. September an, um den Hambacher Wald zu besuchen. Wir treffen uns um 9:15 Uhr am Eschweiler Hauptbahnhof. Weitere Details findet Ihr hier in unserem Kalender.

 

Text: Rudolf Starosta