Stein und Gebein auf dem Friedhof Melaten

Mitten in Köln liegt einer der größten Friedhöfe der Region: Melaten. Der Zentralfriedhof der Stadt Köln umfasst eine Größe von etwa 435.000 Quadratmetern mit knapp 56.000 Grabstätten.

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Diesen Friedhof hatte sich der Eifelverein Eschweiler für eine Exkursion ausgesucht. Aber warum gerade diesen Friedhof? Nun die Antwort ist recht naheliegend: Seiner Geschichte und seiner Geschichten wegen.

Selbstverständlich durfte das nicht eine einfache Besichtigung eines Friedhofs sein. Das Thema der Exkursion lautete „Stein und Gebein auf dem Friedhof Melaten“ und ließ schon ahnen, worum es sich drehen sollte.

Mit der französischen Besetzung des Rheinlandes im 18. Jahrhundert änderte sich die Bestattungskultur auch in Köln radikal, was Historiker Dr. Wolfgang Stöcker recht bildhaft schilderte und auch den einen oder anderen leichten Schauer hervorrief. Viele Namen der dort Bestatteten sind auch heute noch bekannt. Industrielle fanden hier ihre letzte Ruhestätte aber auch Schauspieler, deren Namen dank YouTube nicht in Vergessenheit geraten dürften.

Gräber und Gruften auf dem Friedhof erzählen so manche Geschichte und geben auch Auskunft über den Zeitgeist bei Ihrem Entstehen. Fast jeder Stein kann aber auf dem Gelände eine andere Geschichte erzählen, eine Geschichte die weit über den Horizont menschlicher Vorstellung hinausgeht. Geologe Sven von Loga konnte so manchem Grabstein eine ganz andere Geschichte entlocken, nämlich wo er herkam und aus welchem Material er besteht. Einst lag dieser Stein als Muschelkalk auf dem Boden eines vorzeitlichen Meeres. Bei anderen Steinen war es der Basalt, der auf dessen vulkanischen Ursprung hinwies.

Geologie und Geschichte in einem wechselnden Vortrag ließen die Zeit auf dem Friedhof Melaten wie im Fluge vergehen und bei einem leckeren Brauhausbierchen lockten die Anekdoten später noch das eine oder andere Lachen hervor.

 

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(Fotos: Guido Göltzer)